Straßenbahn-Museum Thielenbruch Köln

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Adresse
Historische Straßenbahn Köln e.V. Straßenbahn-Museum Thielenbruch Otto-Kayser-Str. 2c 51069 Köln
  • Super für Familien.

An der Endstation der Stadtbahnlinien 3 und 18 bietet das Straßenbahn-Museum Thielenbruch dem Besucher die Möglichkeit zu einer Reise durch die Geschichte des Öffentlichen Personennahverkehrs der Kölner Region.

Der Betriebshof Thielenbruch von 1906/27

Bereits bei der Einfahrt in die Haltestelle wird der Besucher an die frühere Vorortlinie von Köln nach Bergisch Gladbach erinnert. Sie ist in einer ehemaligen Wagenhalle des Betriebsbahnhofs Thielenbruch aus dem Jahr 1906 untergebracht und öffnet nach behutsamer Umgestaltung und Modernisierung seit 1995 allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang in den „Märchenbahnhof“, wie ihn viele KVB-Mitarbeiter liebevoll nennen.

Das eigentliche Straßenbahn-Museum befindet sich nur wenige Schritte von der Haltestelle entfernt, in der 1926 errichteten zweiten Wagenhalle des Thielenbrucher Betriebshofs. Die Besucher erreichen es durch den Mittelteil des Gebäudeensembles, durch das „Gasthaus im Museum“.

Die Ausstellung des Straßenbahn-Museums Thielenbruch

Im Mittelpunkt des im September 1997 eröffneten Museums stehen über 20 historische Fahrzeuge, die in Ausstellungsräumen mit einer Gesamtfläche von über 2.500 qm der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Darüber hinaus zeigt das Museum eine Vielzahl weiterer Exponate, Fotos und Dokumente zur Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Kölner Raum seit 1877 sowie zur Stadt- und Technikgeschichte.

Die Geschichte des Kölner Verkehrs ist jedoch nicht allein durch Fotos oder Linienpläne „erfahrbar“. Eine computergestützte Streckensimulation lädt den Besucher zur Fahrt über die Kölner Gleise ein und historische KVB-Filme der 1950/60er Jahre vermitteln ein anschauliches Bild Kölns dieser Zeit und Kinder können sich z.B. am Führerstand eines Fahrzeugs ausprobieren oder ihre Kräfte an einem Stromabnehmer messen.

Von den Glanzlichtern der Ausstellung, den historischen Fahrzeugen, die die Entwicklung der Kölner Bahnen seit den Anfängen im Jahr 1877 erlebbar machen, sollen drei „alte Schätzchen“ kurz vorgestellt werden.

Die Pferdebahn

Ein Prunkstück der Sammlung ist der Pferdebahnwagen aus dem Jahr 1894, der heute von Max, dem Museumspferd, gezogen wird. Er erinnert an die 30-jährige Geschichte des Kölner Pferdebahnzeitalters, das am 20. Mai 1877 mit der Verbindung der damals noch außerhalb der Kölner Stadtgrenzen liegenden Orte Deutz und Kalk begann. Bereits 1889 konnten die Fahrgäste die neu geschaffenen Ringe von der Pferdebahn aus bewundern. Insgesamt erwarb die Kölnische Straßenbahn-Gesellschaft, so der Name des damaligen Bahnbetreibers, über 350 Pferdebahnwagen. Die Kölner fuhren gerne mit der Pferdebahn – und dies trotz der hohen Preise: Für die Strecke Ehrenfeld – Bayenthal verlangte der Schaffner 40 Pfennig, mehr als einen guten Stundenlohn.

Mit dem Aufbau des elektrischen Bahnbetriebs ab 1901 ging die Zeit der Pferdebahnen zu Ende. Die letzte „Päädsbahn“ fuhr am 22. Mai 1907 von der Flora nach Nippes.

Die erste „Elektrische“

Der Wagen 407 ist ein Fahrzeug aus der ersten Generation des elektrischen Bahnbetriebs in Köln, der 1902 bei der Firma van der Zypen & Charlier in Deutz gebaut wurde.

Mit der Übernahme der Pferdebahngesellschaft durch die Stadt Köln im Jahr 1900 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Kölner Bahnverkehrs. Am 15. Oktober 1901 befuhren die ersten „Elektrischen“ erste Strecken auf dem Ring und am Rheinufer zwischen Dom und Flora.

Wie sich der Besucher im Museum überzeugen kann, bot der Wagen den Fahrgästen 16 Sitzplätze auf Längsbänken in einem durch Schiebetüren von den Vorräumen abgetrennten Innenraum. Da man sich die Attraktivität des neuen Verkehrsmittels auch von einer dichten Wagenfolge versprach, wurde das geringe Platzangebot der Fahrzeuge nicht als Nachteil angesehen. Dennoch war das Sitzen in der „Elektrischen“ so eng, dass „Damen mit ungeschützten Hutnadeln“ von der Fahrt ausgeschlossen wurden. Allerdings reisten die Kunden einigermaßen bequem – Fahrer und Schaffner dagegen mussten ungeschützt bei Wind und Wetter ihren Dienst verrichten.

Das „Finchen“ der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn

Der Aufbruch des Kölner Verkehrswesens im beginnenden 20. Jahrhundert beschränkte sich nicht auf das Stadtgebiet. Bis zum Vorabend des 1. Weltkriegs bauten die Bahnen der Stadt Cöln ein leistungsfähiges Vorortbahnnetz auf. Thielenbruch beispielsweise lag an der Vorortbahnstrecke Köln – Bergisch Gladbach. Hier endete die Linie T und hier begann der eingleisige Streckenabschnitt der G nach Bergisch Gladbach.

Auch im Westen war man aktiv: Nachdem die Stadt Köln 1904 die seit 1893 zwischen Köln und Frechen bestehende Schienenverbindung gekauft hatte, entwickelte sich der Verkehr so rege, dass diese Strecke kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs komplett modernisiert wurde. Aus dieser Zeit stammt der im Museum ausgestellte Vorortbahnzug, der 1911 von der Firma Herbrand & Co. in Ehrenfeld gebaut wurde. Die Linie erhielt die Bezeichnung „F“, denn die Vorortbahnen bekamen im Unterschied zu den ausschließlich im Kölner Stadtgebiet eingesetzten Straßenbahnen Buchstaben als Linienbezeichnungen. Für die Kölner hießen diese Bahnen aber bald nur „Finchen“.

Zur Zufriedenheit der Fahrgäste fuhren die „Finchen“-Züge bis nach dem 2. Weltkrieg auf ihrer Stammstrecke und die letzten Fahrzeuge dieser Serie wurden erst in den 1960er Jahren ausgemustert. Der im Museum gezeigte Zug ist fahrtüchtig und wird bei besonderen Anlässen für Sonderfahrten eingesetzt.

Museumsbetreuung durch den Verein Historische Straßenbahn Köln e.V.

Das Straßenbahn-Museum wird ehrenamtlich durch die Mitglieder des Vereins Historische Straßenbahn Köln betreut. Sie pflegen die „alten Schätzchen“ und bauen die in Thielenbruch präsentierte Ausstellung laufend aus. Außerdem engagiert sich der Verein im Aufbau eines Archivs zur Dokumentation der Entwicklung des kommunalen Öffentlichen Personennahverkehrs in Köln.

An Öffnungstagen bietet der Verein stündlich Führungen durch das Museum an. Dabei haben Besucher die Gelegenheit, die Fahrzeuge auch von innen zu besichtigen und erhalten lebendige Eindrücke in längst vergangene Zeiten mit der Straßenbahn und Einblicke in eine vergessene Arbeitswelt der Straßenbahner vor Jahrzehnten.

Für interessierte Gruppen werden Sonderführungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten angeboten. Besonders herzlich werden Schulklassen oder Kinderhorte in der Welt der historischen Straßenbahnen begrüßt.

Haben Sie Fragen zum Museum oder den historischen Fahrzeugen, wenden Sie sich bitte an:

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Das Museum ist für die Öffentlichkeit am 2. Sonntag jeden Monats von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet – Winterpause von Januar bis Februar.

Eintritt: Erwachsene 1,50 €

Kinder ab 6 Jahre 1,00 €

Sonderführungen für Gruppen außerhalb der Öffnungszeiten können Sie vereinbaren:

Tel.: 0221-547.3818

Außer dem Eintritt pro Person werden 110,- € für die Führung erhoben (entfällt bei Schulklassen).

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Straßenbahn-Museum Thielenbruch

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Straßenbahn-Museum Thielenbruch 50.977680, 7.082756
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